25.06.2026

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Mehr als 150 Mal Hoffnung

Als Hedi Hartwig im Sommer 2021 zu einer routinemäßigen Blutuntersuchung ging, ahnte sie nicht, dass dieser Termin ihr Leben grundlegend verändern würde. Die damals 72-Jährige fühlte sich nicht schwer krank. Doch die Blutwerte zeigten Auffälligkeiten. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass eine lange und belastende Zeit vor ihr lag.
Am 28. Juli 2021 wurden erstmals stark erniedrigte Blutwerte festgestellt. Nur wenige Wochen später, am 18. August, erhielt Hedi ihre erste Bluttransfusion. Die Ursache blieb zunächst unklar. Untersuchungen und Knochenmarkentnahmen brachten keine eindeutige Diagnose. Dennoch verschlechterte sich ihr Zustand weiter.
„Die Werte fielen trotz der Transfusionen immer weiter“, erinnert sich Hedi.

Im September 2021 wurde sie in der Universitätsklinik Bochum erneut untersucht. Wieder gab es keinen klaren Befund. Doch eines war offensichtlich: Ihr Körper konnte nicht mehr ausreichend Blutzellen bilden. Um zu überleben, war sie auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen.
Zweimal pro Woche erhielt sie Blutprodukte – Thrombozytenkonzentrate und Erythrozytenkonzentrate. Allein bis zum Jahresende 2021 summierten sich die Transfusionen auf mehr als 50 Behandlungen.

Erst am 14. Januar 2022 brachte ein Aufenthalt in der Universitätsklinik Essen die erlösende Antwort. Die Diagnose lautete: Schwere aplastische Anämie (SAA).
Bei dieser seltenen Erkrankung wird das Knochenmark geschädigt. Die Zellen, aus denen normalerweise rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen entstehen, werden zerstört, bevor sie ausreifen können. Die Folge: Der Körper kann lebenswichtige Blutbestandteile nicht mehr selbst herstellen.
Für Hedi bedeutete das vor allem eines: Sie blieb auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen.

Bis heute hat sie mehr als 150 Transfusionen erhalten. Hinter dieser Zahl verbirgt sich jedoch eine noch viel größere Leistung der Blutspenderinnen und Blutspender. Denn bei vielen ihrer Behandlungstermine erhielt Hedi nicht nur ein einzelnes Blutprodukt, sondern mehrere Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentrate gleichzeitig. Insgesamt waren es im Laufe der Jahre mehrere hundert Blutpräparate, die ihr verabreicht wurden.
Jedes einzelne davon wurde zuvor von einem Menschen gespendet.
„Ohne diese Spenden wäre ich heute nicht mehr am Leben“, sagt Hedi.

Was für viele Menschen eine gute Tat von wenigen Minuten ist, bedeutet für sie Lebenszeit. Zeit mit der Familie. Zeit für Gespräche, Spaziergänge und all die kleinen Momente, die das Leben lebenswert machen.
Hinter jeder Blutspende steht ein Mensch, der meist nie erfährt, wem er geholfen hat. Bei Hedi Hartwig haben diese Spenden jedoch ein Gesicht bekommen. Mehr als 150 Mal haben Blutprodukte ihr Kraft gegeben, schwere Phasen zu überstehen und weiter nach vorne zu schauen.

Deshalb möchte sie heute vor allem eines sagen: „Von Herzen danke. Danke an alle Blutspenderinnen und Blutspender, die mit ihrer Spende Menschen wie mir das Leben retten. Sie schenken nicht nur Blut – Sie schenken Hoffnung, Zuversicht und Zukunft.“

Hedis Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie wichtig jede einzelne Blutspende ist. Denn hinter jeder Konserve steht die Chance auf ein weiteres Leben, einen weiteren Tag, einen weiteren gemeinsamen Moment.

Unsere Fotos zeigen Hedi Hartwig mit Pressesprecher Stephan David Küpper am 13. Juni in Hagen. Oben links Carsten Janz, Leiter der Spendeorganisation im ZTM Hagen.