10.06.2026

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Darf ich Blut spenden, wenn ich Krebs hatte?

Das Wichtigste vorab

Darf ich Blut spenden, wenn ich Krebs hatte?
Nein, in der Regel ist eine Blutspende nach einer Krebserkrankung nicht mehr möglich.

Ich hatte Krebs und möchte jetzt unbedingt Blut spenden. Was kann ich tun?
Schick uns deine medizinischen Unterlagen (zum Beispiel Arztbriefe). Wir prüfen gerne deinen individuellen Fall.

 

Die Diagnose Krebs ist zunächst vermutlich immer ein Schock. Krebserkrankungen verlaufen allerdings sehr unterschiedlich. Chemotherapien, Bestrahlungen und Operationen sind mögliche Behandlungsformen. Gerade während einer Chemotherapie wird oft Blut übertragen. Über 20 Prozent der Bluttransfusionen gehen an Krebspatienten. Oft erreichen uns Anfragen von geheilten Krebspatienten, die gerne Blut spenden möchten. In der Regel ist das aber leider nicht möglich.

Warum darf man nach einer überstandenen Krebserkrankung nicht Blut spenden?
Auch wenn eine Krebserkrankung erfolgreich behandelt wurde, ist eine Blutspende in der Regel dauerhaft ausgeschlossen. Grundlage dafür ist die Hämotherapie-Richtlinie der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts. Dahinter steckt vor allem eines: Vorsicht. Es besteht ein kleines Restrisiko, dass die Erkrankung wieder auftritt und dabei auch Krebszellen im Blut zirkulieren könnten. Für gesunde Empfänger ist das meist unproblematisch – trotzdem gilt hier das Prinzip: lieber auf Nummer sicher gehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schutz der spendenden Person selbst. Sollte eine unbemerkte Neuerkrankung vorliegen, könnte der Blutverlust den Körper zusätzlich belasten.

Wann ist eine Blutspende nach einer Krebserkrankung doch möglich?
Nach einem sogenannten In-situ-Karzinom oder einem Basalzellkarzinom (weißer Hautkrebs) kann eine Blutspende unter Umständen möglich sein. Vorausgesetzt, der Tumor wurde vollständig entfernt. Ein In-situ-Karzinom ist ein bösartiger Tumor im Frühstadium, der noch nicht in umliegendes Gewebe eingedrungen ist. In allen anderen Fällen ist eine Blutspende nicht erlaubt.

Warum ist eine Blutspende nach einer Chemotherapie ausgeschlossen?
Wer im Rahmen einer Krebserkrankung eine Chemotherapie erhalten hat, darf grundsätzlich kein Blut mehr spenden. Das gilt auch für die oben genannten Ausnahmen: War eine Chemotherapie notwendig, ist eine spätere Blutspende in der Regel ausgeschlossen.

Darf man Blut spenden, wenn man einen gutartigen Tumor hatte?
Gutartige Tumoren führen nicht automatisch zu einem dauerhaften Ausschluss. Entscheidend ist, wo sich der Tumor befand, ob er vollständig entfernt wurde und ob keine Beschwerden mehr bestehen. In solchen Fällen kann eine Blutspende möglich sein – die endgültige Entscheidung trifft jedoch immer der Arzt oder die Ärztin beim persönlichen Gespräch vor Ort.

Wenn du unsicher bist, ob eine Blutspende für dich infrage kommt, kannst du gern medizinische Unterlagen wie Arztbriefe einreichen. So lässt sich deine individuelle Situation vorab prüfen.

Bild: Adobe Stock KI 1466172692