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Test auf Hepatitis E

Bluttransfusionen werden immer sicherer

Die Testung jeder Blutspende auf Krankheitserreger, die durch Blutprodukte übertragen werden können, hat Bluttransfusionen sehr sicher gemacht. Seit dem 1. Oktober 2019 testen wir das gespendete Blut zusätzlich auf den Erreger der Hepatitis E.

Hepatitis E
Unterschiedliche Viren sind in der Lage, eine Leberentzündung (Hepatitis) zu verursachen. Man hat diese Viren im Laufe der letzten Jahrzehnte entdeckt und alphabetisch von A bis E geordnet. Die Hepatitis E wird durch eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus verursacht.

Hepatitis E wird hierzulande vor allem durch den Verzehr von Lebensmitteln, insbesondere durch unzureichend gekochtes oder gebratenes Schweinefleisch (zum Beispiel Schweine-Mettwurst) übertragen. Hepatitis E kann auch durch Bluttransfusionen übertragen werden. Wie bei der Infektion durch Lebensmittel verläuft auch diese Infektion nach Transfusion beim Patienten meist harmlos und ohne Beschwerden. Bei besonders gefährdeten Patienten (zum Beispiel bei Schwangeren oder bei einer Organtransplantation) kann sie jedoch zu schweren Erkrankungen führen. Deshalb hat das Paul-Ehrlich-Institut, die für die Sicherheit von Blutprodukten in Deutschland verantwortliche Bundesoberbehörde, für alle Blutspenden die Testung auf Hepatitis-E-Viren angeordnet.

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Wie wird Hepatitis E übertragen und welche Symptome treten auf?
Das Hepatitis-E-Virus existiert in vier Genotypen. In Deutschland durch den Verzehr von Schweinfleisch oder Muscheln erworbene Infektionen werden durch den sogenannten Genotyp 3 verursacht und scheinen nur sehr selten direkt von Mensch zu Mensch übertragbar zu sein.
In vielen Ländern Afrikas und Asiens mit niedrigem Hygienestandard wird das Virus (Genotyp 1 und 2) hauptsächlich durch verunreinigtes Wasser oder andere Lebensmittel übertragen.

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung (z. B. unter Haushaltsangehörigen) ist bei den reisebedingten Hepatitis-1- und  Hepatitis-2-Infektionen durch Kontaktübertragung (sogenannte Schmierinfektion) möglich. Genotyp 4 findet sich überwiegend in einigen Ländern Asiens und spielt bei uns keine Rolle.
Die Leberentzündung durch Hepatitis-E-Viren ist eine recht häufig auftretende Erkrankung, die aber zum Glück fast immer ohne Beschwerden verläuft und daher meist nicht erkannt wird. So haben etwa17 Prozent der Bevölkerung in Deutschland bereits eine Hepatitis-E-Erkrankung durchgemacht.  In der Regel haben sie davon nichts bemerkt. Mögliche Symptome können sein: Gelbfärbung der Augenbindehaut und der Haut, Dunkelfärbung des Urins, Entfärbung des Stuhls, Fieber, Oberbauchbeschwerden, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Die Beschwerden klingen in der Regel nach einiger Zeit von alleine ab. Die Erkrankung heilt von selbst aus.
In Einzelfällen (z. B. bei Personen mit vorbestehender Lebererkrankung und bei Schwangeren) kann es allerdings zu schweren Verläufen mit der Gefahr eines Leberversagens kommen.
Bei immungeschwächten Personen (z. B. Transplantatempfänger, Patienten mit AIDS oder während und nach Chemotherapie) kann es zu chronischen Hepatitis-E-Infektionen kommen. Auch diese verlaufen oft ohne klinische Zeichen, können aber, wie andere chronische Leberentzündungen, zur Leberzirrhose führen.

Was bedeutet es für mich, wenn ich positiv auf Hepatitis E getestet werde?
Für einen Blutspender, bei dem anlässlich einer Blutspende Hepatitis-E-Viren gefunden werden, stellt das in der Regel kein gesundheitliches Problem dar. Natürlich werden wir den Spender über den Befund informieren. Er darf in den folgenden vier Monaten nicht Blut spenden. Danach darf der Spender wieder zur Blutspende gehen, da die Infektion dann üblicherweise längst ausgeheilt ist und von dem gespendeten Blut keine Gefahr mehr ausgeht. Außerdem testen wir ja auch die nächste Spende.

Da Hepatitis E aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, sind wir durch das Infektionsschutzgesetz verpflichtet, dem Gesundheitsamt betroffene Blutspender zu melden. Aufgrund der Meldung kann das Gesundheitsamt weitere Übertragungen verhindern, z. B. in Einrichtungen für Kinder und in lebensmittelverarbeitenden Betrieben. So können wir durch die Testung auf Hepatitis-E-Viren nicht nur die Bluttransfusion für Patienten noch sicherer machen, sondern auch einen weiteren Beitrag zur Vermeidung von Mensch-zu-Mensch-Infektionen leisten.

Wie kann ich eine Infektion mit Hepatitis E vermeiden?
Die Zahl der Hepatitis-E-Infektionen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Laut der Deutschen Leberhilfe ist die Hauptinfektionsquelle in Industrieländern unzureichend gegartes und rohes Schweinefleisch, ganz besonders Mett. Erhitzen über 70° Celsius für mehr als 20 Minuten inaktiviert das Virus, sodass durchgegartes Fleisch unbedenklich ist.
Bei Fernreisen sollten die allgemeinen Regeln zur Vermeidung von lebensmittelbedingten Infektionen beachtet werden:
- nicht abgekochtes Leitungswasser und damit hergestelltes Eis für Getränke meiden,
- keine rohen oder nicht ausreichend erhitzte Speisen verzehren. Es gilt die alte Tropenweisheit: „Peel    it, cook it, boil it or spoil it“ („Schäle es, koche es oder vermeide es“)

Kann ich nach einer Infektion mit Hepatitis E weiter Blut spenden?
Ja, man kann auch nach einem positiven Hepatitis-E-Befund Blut spenden. Nach dem Befund müssen allerdings vier Monate vergangen sein. Diese Rückstellungszeit entspricht der bekannten Rückstellungszeit nach Piercing, Tätowierung oder endoskopischen Untersuchungen.  Danach laden wir den als Hepatitis-E-positiv getesteten Blutspender wieder zur Blutspende ein. Da alle Spender bei jeder Spende auf Hepatitis E getestet werden, erfährt er bei der Gelegenheit dann auch, ob der Test negativ (also Hepatitis-E-Viren-frei) geworden ist.

Auf welche Erkrankungen wird mein Blut noch getestet?
Folgende Tests führen wir derzeit bei jeder entnommenen Blutspende durch:

Tests zur Erkennung einer HIV-Infektion (AIDS-Test)
Tests zur Erkennung virusbedingter Leberentzündungen durch Hepatitis-Viren A,B,C
Testung auf Antikörper gegen den Erreger der Syphilis (Geschlechtskrankheit)
Testung auf Parvovirus B 19 (Erreger der Ringelröteln)


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