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Team Lebensretter erzielt Volltreffer

Referentin Sabine Gräfe-Schmidt freut sich über einen gelungenen 13. Blutspendemarathon in Hagen

814 Menschen, die selbstlos einen Teil ihres Körpers gespendet haben, um Menschen in Not zu helfen; 107 davon, die sich das zum allerersten Mal getraut haben: Besser hätte der 13. Blutspendemarathon in Hagen, der am 24.11. unter dem Motto "Team Lebensretter" in der Stadthalle Hagen stattfand, nicht ausgehen können. Sabine Gräfe-Schmidt, die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, die seit Jahren die Blutspendemarathons in Hagen organisiert freut sich wie Bolle - und spricht mit uns darüber, wie sehr die Organisation eines solchen Events sich wie ein echter Marathonlauf anfühlt. 

Hallo Sabine! Du siehst glücklich aus, heißt das, du bist mit dem Ergebnis des Marathons zufrieden?

Total! 814 Blutspender sind gekommen, davon waren 107 Erstspender. Damit haben unser Ziel, einen Tagesbedarf zu decken, voll erreicht, da bin ich sehr zufrieden mit. 

Was meinst du mit Tagesbedarf? 

So ein Marathon heißt ja „Marathon“ weil es eine Ziellinie gibt: Wir wollen mit einem Spendetermin genug Spender zusammen bekommen, um auf einen Schlag den Bedarf aller Krankenhäuser und Arztpraxen im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg zu decken. Das sind so zwischen 700 und 800 Blutspenden – für einen Tag! Das ist eine ganze Menge und das mit einem Termin zu wuppen ist schon eine ordentliche Leistung. 

So ein Marathon ist ja dann ganz schön effektiv. Warum veranstaltest du nicht öfters einen Blutspendemarathon, vielleicht zweimal im Jahr?

Erstmal um meine Nerven zu schonen (lacht laut). Nein, ganz im Ernst: So ein Marathon funktioniert so gut, weil es was Besonderes ist. Das ist halt ein Event, sowas kannst du nicht alle paar Monate machen, dann kommen die Leute nicht. Der New York-Marathon findet ja auch nur einmal im Jahr statt. 

Fühlt sich so ein Blutspendemarathon für dich auch an wie ein Marathonlauf?

Als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Blutspendedienst organisiere ich ja das ganze Jahr über Blutspendetermine in und um Hagen herum. Der Marathon ist dann sowas wie der krönende Abschluss des Jahres, das Sahnehäubchen oben auf der Torte. Trotzdem ist es was Besonderes und keine Routine, sondern schon ein richtiger Großevent. Ich fange in der Regel bereits im April mit der Organisation an, weil ich eine Menge vorzubereiten habe: einen passenden Spendeort finden, Sponsoren finden, Teams und Ehrenamt organisieren, Werbung vorbereiten, Pressetermine usw. Ich sage meinen Kollegen, dass sie mich vier Wochen vor Marathonstart weiträumig zu umgehen haben, zu ihrer persönlichen Sicherheit (lacht). Es gibt eine Menge zu tun, da wird man manchmal dünnhäutig: Man hat Zweifel, manchmal sogar Panikattacken und dauernd Hektik. Aber am Ende ist alles wieder gut und die Freude überwiegt!

Wann bist du mit der Organisation fertig für den Marathon?

Wenn die Plakate gedruckt auf meinem Tisch liegen. Das ist der Moment, wo ich dann Luft holen kann, weil ich weiß, dass ich alles gegeben habe. Ab da ist die Sache aus meiner Hand, da kann ich nur drauf vertrauen, dass alles nach Plan läuft. 

Dieses Jahr, hast du gesagt, wolltest du etwas „Neues ausprobieren“ - was war das genau?

Wenn man sowas längere Zeit macht, verfällt man ja in gewisse Muster und da wollte ich draus ausbrechen. Ich hab ja auch eine gewisse Verantwortung, den Blutspendern nicht immer „Schema F“ zu präsentieren sondern mich zu fragen, was sich die Leute wünschen und wie man sie motivieren kann. So kam dann die Idee, den Blutspendemarathon mal etwas anders anzugehen, als in den Vorjahren. Das hat dann schließlich zur Idee mit dem „Team Lebensretter“ geführt. 

Wer oder was ist das „Team Lebensretter“?

Das sind alle, die sich an dem Marathon beteiligt haben. Blutspenden sind immer eine Gemeinschaftsangelegenheit: Ohne Spender gibt es kein Blut, ohne Punktionskraft gibt es niemanden, der das Blut zapft, ohne Ehrenamt, gibt es niemanden der sich um die Spender kümmert, ohne Öffentlichkeitsarbeit gibt es keinen, der den Termin organisiert, ohne Sponsoren gibt es niemanden, der das ganze finanziert und ohne die Stadthalle Hagen hätten wir keinen Ort gehabt, wo der Marathon hätte stattfinden können. 

Dieses Jahr gab es für die Spender nach der Spende ja ein Trikot mit der Aufschrift „Team Lebensretter“ - was hat es damit auf sich gehabt?

Einerseits sollen die Spender etwas haben, was sie neben dem Gefühl, Gutes getan zu haben, mit nach hause nehmen können. Andrerseits versinnbildlicht das die Idee hinter dem neuen Konzept: Wir sind alle Teil eines Teams, das ein gemeinsames Ziel hat, nämlich Menschen in Not zu helfen. Da gibt‘s kein „Ich“ oder „Du“, das sind „Wir“, das Team Lebensretter. Und weil das unser Kerngeschäft ist als Blutspendedienst, nämlich Leben zu retten, wollte ich dieses Jahr auf viel mehr Mitmachaktionen haben, wo die Spender selbst aktiv werden können und was über ihre Gesundheit lernen: Lungenfunktionstest, Erste Hilfe-Kurse, die Teddyklinik für die Kleinen, wo sie lernen wie man auf seine Gesundheit achtet. „Leben retten“ heißt ja auch, auf sein eigenes zu achten und das ist genauso ein Teil von „Team Lebensretter“

Wer oder was hat dich beim Blutspendemarathon am meisten beeindruckt?

Die Spender, ganz klar. Das macht mich jedes Jahr wieder aufs Neue glücklich, zu sehen wie selbstverständlich das ist für ganz viele Menschen, einfach einen Teil ihres Körpers zu spenden – ohne mit der Wimper zu zucken! Beeindruckt haben mich aber auch unsere Sponsoren, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben. Ein paar waren von dem neuen Konzept nicht überzeugt und sind abgesprungen, aber ganz viele haben mir ihr Vertrauen geschenkt und gesagt „Bine, du machst das schon. Wir glauben an dich.“ Das hat mich wirklich sehr gefreut und ich bin glücklich, dass es so gut funktioniert hat. 

Du hast schon im Vorfeld öfters das Wort „Vertrauen“ gebraucht…

...weil es im Grunde das ist, worum es am Ende geht: Wenn du so einen Event organisierst, gibt es einen Haufen Leute, die etwas von dir wollen und eine Menge Menschen, auf deren Hilfe du angewiesen bist. Du musst Dutzende Fäden gleichzeitig in der Hand halten und dafür sorgen, dass alle an einem Termin zusammen kommen und wissen, was zu tun ist. Ohne Vertrauen geht das nicht. Ganz viele meiner Kollegen aus dem Ehrenamt haben sich mit Ideen eingebracht haben mit gestaltet und darauf vertraut, dass ich das wuppe. Im Gegenzug konnte ich mich auf meine Kollegen verlassen, dass die das wuppen – und am Ende auch auf die Spender, dass sie kommen. 

Wie geht es mit dem „Team Lebensretter“ jetzt weiter?

Der Termin für den nächsten Marathon steht schon, am 22.11.2020 sehen wir uns wieder! Das Konzept hat gut funktioniert, das Motto hat vielen Leuten gefallen und scheinbar auch irgendwas bewegt. Ich hoffe, dass alle die so ein Trikot jetzt zuhause anhaben, das in ein paar Monaten wieder anziehen und zu einem Blutspendetermin in ihrer Nähe gehen. Das wäre nämlich mein größter Wunsch, dass die Leute realisieren, dass das „Team Lebensretter“ jeden Tag auf dem Platz steht und darum kämpft, Menschen in Not zu helfen. 


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