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DRK-Blutspendedienst West – Zentrallabor Hagen

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Tätigkeit

Das Zentrallabor des DRK-Blutspendedienstes West untersucht täglich durchschnittlich 4.000 bis 5.000 Blutspenden.

Bei jeder Blutspende werden dazu mindestens drei Laborröhrchen (bei Erstspendern vier) mit je sieben bis zehn Millilitern Vollblut der spendenden Person gefüllt und in der Nacht sofort direkt oder per Kurier in das Zentrallabor nach Hagen gebracht. Hier beginnen in der Regel die Vorbereitungen für die Untersuchungen bereits am Abend des Spendetermins.

Ab 22.00 Uhr treffen die ersten Laborröhrchen mit dem zu untersuchenden Blut der Spender/innen im Zentrallabor Hagen ein. Gegen 3.00 Uhr morgens sind auch die Röhrchen aus dem am weitesten entfernten Zentrum Bad Kreuznach in Hagen angekommen.

Nach einer Vollständigkeitsüberprüfung beginnen die vorbereitenden Arbeiten für die eigentlichen Untersuchungen des Blutes. Dazu müssen die Röhrchen zunächst zentrifugiert werden, damit sich die schweren roten Blutzellen am Boden absetzen und das flüssige Blutserum oder Plasma oben auf steht.

Nach der Zentrifugation müssen von allen ca. 12.000 bis 20.000 Röhrchen die Verschlusskappen vorsichtig unter Vermeidung des Verspritzens oder des Aufwirbelns des Blutes entfernt werden. Hierzu werden spezielle Automaten eingesetzt, die von der Firma Sarstedt in Zusammenarbeit mit unserem Zentrallabor entwickelt worden sind.

Für die Blutgruppenbestimmung und die Untersuchung der Infektionsmarker werden die hierfür jeweils vorgesehenen Plasma- bzw. Serumröhrchen bearbeitet. Durch die einmalig vergebenen Barcode-Nummern auf den Laborröhrchen ist die eindeutige Zuordnung der Daten in der EDV-Anlage möglich.

Für den Virusdirektnachweis, die PCR, für spätere Untersuchungen und für sogenannte rückgestellte Nachuntersuchungsproben werden aus den primär abgenommenen Röhrchen unter anderem Mikrotiterplatten erstellt. Hierzu wird das Probenmaterial von speziellen Probenverteilern in den 96 Probenfeldern der für die automatisierten Untersuchungen verwendeten Mikrotiterplatten verteilt. Durch die barcodierte Nummerierung der einzelnen Platten und die Koordinaten des Probenfeldes auf der Platte lassen sich auch hier die einzelnen Proben eindeutig den Blutspenden zuordnen.

Die weiteren Untersuchungen des gespendeten Blutes in der Tagschicht laufen parallel in unterschiedlichen räumlichen Bereichen des Zentrallabors:

  • Die Untersuchung der Blutgruppenmerkmale und der zugehörigen Blutgruppenantikörper.
  • Die Untersuchung der Infektionsmarker: Dazu gehören ein Oberflächenmarker (Antigen) des Hepatitis B-Virus und Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Hepatitis B, Hepatitis C, HIV 1/2 und Syphilis, bei Spezialpräparaten auch gegen Cytomegalie-Viren (einen Erreger aus der Familie der Herpesviren) als Hinweis auf eine bestehende oder durchgemachte Infektion.
  • Die PCR-Untersuchung (Virusdirektnachweis) für Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, HIV 1 und HIV 2 sowie Parvovirus B 19 (Erreger der Ringelröteln).
  • Teilweise klinisch-chemische Untersuchungen, z. B. die Eiweißbestimmung für Spezialpräparate und die Untersuchung von allgemeinen Abwehrstoffen.

Die „Handarbeit“ gehört heute bei den Laboruntersuchungen des gespendeten Blutes zu den Ausnahmen. Nur für Spezialuntersuchungen an ausgewählten Proben wird die Verteilung des Untersuchungsmaterials noch manuell vorgenommen.

Ohne eine weitgehende Automatisierung wäre die Untersuchung von mehr als 6.000 Blutspenden täglich in der dafür zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu bewältigen. Umfangreiche automatische Kontroll- und Validierungsschritte stellen sicher, dass auch bei diesen großen zu untersuchenden Mengen jede einzelne Blutspende nach denselben strengen Kriterien und mit derselben Genauigkeit unter Vermeidung von Verwechslungen untersucht wird. Hierzu ist unter anderem ein eigenes EDV-Labornetzwerk erforderlich, das auf die Anforderungen des Zentrallabors optimiert worden ist.

Im Normalfall liegen die Ergebnisse der Blutuntersuchungen am Nachmittag nach dem Spendetermin vor. Die für die Patientenversorgung freigegebenen Blutprodukte stehen ab dann zur Verfügung.

 
 
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