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Labor für Leukozytenimmunologie

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Nachweis von Antikörpern gegen Granulozyten und Lymphozyten

Bild: Granulozytenagglutinationstest Zum Nachweis von Granulozytenantikörpern hat sich in internationalen Workshops eine Kombination mehrerer Methoden als Goldstandard durchgesetzt. Beim Granulozytenagglutinationstest (GAT) nutzt man die Fähigkeit granulozytärer Antikörper, (Test-)Granulozyten direkt zu aggregieren, d.h. „Agglutination” ist eigentlich nicht die korrekte, jedoch historisch gewachsene Bezeichnung. In diesem Test werden Testgranulozyten mit dem zu untersuchenden Serum auf einer Mikrotiterplatte inkubiert. Die Aggregation benötigt einige Stunden und wird an einem Umkehrmikroskop beurteilt. Insbesondere Antikörper gegen das Antigen HNA-3a, das eine bedeutende Rolle bei der Auslösung einer TRALI-Reaktion spielt, lassen sich in diesem Test am besten nachweisen.



Bild: Granulozytenimmunfluoreszenztest

Andererseits induzieren nicht alle Granulozytenantikörper eine Aggregation. Im Granulozytenimmunfluoreszenztest (GIFT) werden daher mit Hilfe eines fluoreszenzmarkierten Sekundärantikörpers membrangebundene Antikörper nachgewiesen. Die Auswertung erfolgt mittels Durchflußzytometer oder im Fluoreszenzmikroskop. Die Auswertung mit dem Fluoreszenzmikroskop ist zwar aufwendiger und benötigt viel Erfahrung, ist aber nach den Ergebnissen der Internationalen Workshops für Granulozytenimmunologie vorzuziehen. Die Mikroskopie ermöglicht es nämlich im Gegensatz zur Durchflußzytometrie, falsch positive Fluoreszenzsignale, die von zerstörten Zellen stammen, als solche zu erkennen. Ferner kann man im Mikroskop durch das Fluoreszenzmuster häufig membrangebundene Granulozytenantikörper von einer unspezifischen Anlagerung von Immunkomplexen über Fcγ-Rezeptoren unterscheiden. Der GIFT lässt durch die Wahl des Sekundärantikörpers auch die Unterscheidung zwischen IgG-, IgM- und IgA-Antikörpern zu.

Um schließlich granulozytenspezifische Antikörper von HLA-Antikörpern unterscheiden zu können, wird noch ein Lymphozytenimmunfluoreszenztest (LIFT) durchgeführt. Der Testaufbau ist dem GIFT analog, die Auswertung erfolgt hier mittels Durchflußzytometer, da die Lymphozyten sehr stabil sind und in der Mehrzahl keine Fc-Rezeptoren tragen.

Die hierzu notwendigen typisierten Testzellen müssen wegen ihrer kurzen Haltbarkeit in vitro für die Untersuchungen jeweils frisch aus Spenderblut isoliert werden. Die Antigenspezifität der in den Suchtests identifizierten Antikörper wird, wenn möglich, in einem glykoproteinspezifischen ELISA (Monoclonal Antibody Immobilization of Granulocyte Antigens = MAIGA) bestimmt. Dies ist prinzipiell mit allen Antigenen bzw. zugrundeliegenden Proteinen möglich, für die monoklonale Antikörper zur Immobilisation des Antigens an die Mikrotiterplatte zur Verfügung stehen (HNA-1, -2a, -4a, -5a).

Lediglich HNA-3a-Antikörper können nicht nachgewiesen werden, weil keine monoklonalen Antikörper zur Verfügung stehen. Da der ELISA sehr aufwendig ist, eignet er sich nicht als Antikörpersuchtest.


Literatur: Bux J: Challenges in the determination of clinically significant granulocyte antibodies and antigens. Transf Med Rev X No. 3 : 222-232, 1996; Bux J, Kober B, Kiefel V, Mueller-Eckhardt C: Analysis of granulocyte-reactive antibodies using an immunoassay based upon monoclonal antibody-spec. immobilization of granulocyte antigens (MAIGA). Transf Med 1993; 3:157-162
 
 
 
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