Herstellung/Präparation
In der Präparation werden aus Blutspenden einzelne Blutprodukte (Arzneimittel) hergestellt. Das gespendete Blut durchläuft 4 Stationen:
- Eingangsbewertung
- Präparation (Produktion)
- Etikettierung
- Lagerung
Hier sind insgesamt 29 Mitarbeiter im Schichtdienst und Bereitschaftsdienst beschäftigt (auf dem Bild ist der größte Teil der Mitarbeiter abgebildet).
Nach abgeschlossener Eingangsprüfung (Dichtigkeit, Füllvolumen u.a.) und EDV - Erfassung jeder Blutspende durch die Eingangsbewertung, wird festgelegt, welches Produkt aus jeder einzelnen Blutspende entstehen soll. Sind die Spenden alle vollständig und unversehrt, werden sie an die Präparation weitergegeben.
Die Präparation ist für die Herstellung verschiedener Blutprodukte (Arzneimittel) verantwortlich. Innerhalb von 24h nach der Spende werden die Blutspenden zum größten Teil mit maschinellem Einsatz in einzelne Blutbestandteile aufgetrennt.
Nach sorgfältiger Bearbeitung entstehen aus einer Blutspende folgende Blutprodukte:
1. Erythrozytenkonzentrat
Dieses Blutprodukt besteht aus roten Blutzellen und wird zur Behandlung akuter oder chronischer Blutarmut bei unterschiedlichsten Erkrankungen eingesetzt. Aus einem Erythrozytenkonentrat können auch 5-6 „Babykonserven” (Kleinpackungen mit 40 ml Inhalt) für die kleinsten Patienten hergestellt werden. Alle Konserven können auch bestrahlt werden, um in besonderen Fällen Komplikationen nach der Transfusion zu vermeiden.
2. Plasma
Das Blutplasma besteht zu etwa 90% aus Wasser, zu ca. 10% aus Eiweiß (Protein) und aus einer geringen Menge Mineralstoffen, Salzen und anderen Bestandteilen. Es hat eine gelbliche, manchmal auch eine leicht grünliche Färbung. Hauptsächlich bei Blutgerinnungsstörungen kommt das Plasma zum Einsatz. Aus Plasma können aber auch Blutgerinnungsfaktoren zur Behandlung spezieller Blutungskrankheiten gewonnen werden (Abgabe an weiterverarbeitende Arzneimittelhersteller). Darüber hinaus wird Plasma zur Herstellung von Thrombozytenkonzentraten verwendet.
3. Buffy coat
Das Buffy coat besteht hauptsächlich aus Blutplättchen (Thrombozyten) und weißen Blutzellen (Leukozyten) sowie geringen Mengen restlichen Plasmas und Erythrozyten. Es wird - wie das Plasma - zur Herstellung von Thrombozytenkonzentraten benötigt. Aus Buffy coat können Medikamente gegen bestimmte Entzündungskrankheiten und Erkrankungen des Immunsystems hergestellt werden. (Abgabe an weiterverarbeitende Arzneimittelhersteller)
Parallel zur Herstellung der Blutprodukte werden im Zentrallabor Hagen die gesetzlich vorgeschriebenen Testungen des Spenderblutes auf wichtige Infektionskrankheiten durchgeführt. Sind diese unauffällig, gelangen die hergestellten Blutprodukte in die Etikettierung und bekommen dort noch ein Etikett mit der Blutgruppe und dem Haltbarkeitsdatum. Nach der Etikettierung werden alle Blutprodukte einer Arzneimittelfreigabe unterzogen. Erst dann werden sie im Versand gelagert und baldmöglichst an die Krankenhäuser bzw. weiterverarbeitende Arzneimittelhersteller abgegeben.
Pro Jahr stellen wir her:
1.: für die Krankenhäuser und Arztpraxen
ca. 200.000 gefilterte Erythrozytenkonzentrate sowie
ca. 12000 gepoolte Thrombozytenkonzentrate
ca. 24.000 Plasmen
Hinzu kommen noch ca. 1.200 „Babykonserven” sowie ca. 50 Spezialpräparate.
2.: für weiterverarbeitende Arzneimittelhersteller
ca. 33.000 Buffy coats
ca. 176.000 Plasmen


