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Zentren für Transfusionsmedizin
Zentrale Einrichtungen

Präparation

In dieser Abteilung werden aus Blutspenden Blutprodukte (Arzneimittel):

1. Konserveneingang

Hier werden die Spenden auf Vollständigkeit, Unversehrtheit und individuelle Besonderheiten hin überprüft. Außerdem werden sie in unserem EDV-System erfasst und dem jeweiligen Spender zugeordnet. Wir legen hier auch fest, welche Produkte aus jeder Spende entstehen sollen. So kann eine Blutspende später mehreren Patienten helfen.

2. Primärpräparation

Die Blutspenden werden hier verarbeitet, es entstehen sowohl Zwischenprodukte als auch hochwertige fertige Blutpräparate.

Wir erhalten aus jeder Spende:

  • ein Produkt aus der Blutflüssigkeit (Plasma)
  • ein Produkt (Buffy coat) aus Blutplättchen (Thrombozyten) und weißen Blutzellen (Leukozyten)
  • ein Produkt aus roten Blutzellen (Erythrozytenkonzentrat).

Plasma:
Man kann aus dem Plasma sogenanntes therapeutisches Plasma (quarantänegelagertes gefrorenes Frischplasma oder virusinaktiviertes Plasma) machen, es kann aber auch bei der Herstellung gepoolter Thrombozytenkonzentrate mit eingesetzt werden. Zur Behandlung spezieller Blutungskrankheiten können aus Plasma Blutgerinnungsfaktoren gewonnen werden.

Buffy coat:
Die Buffy coats gehen in die Herstellung gepoolter Thrombozytenkonzentrate ein, man kann aber auch aus den im Buffy coat enthaltenen Leukozyten Interferon gewinnen, das z. B. zur Behandlung von bösartigen Geschwülsten eingesetzt wird.

Erythrozytenkonzentrat:
Bei den Erythrozytenkonzentraten wird durch eine Filtration die Verträglichkeit der Transfusion beim Patienten noch weiter verbessert. Diese Produkte werden zur Behandlung akuter oder chronischer Blutarmut bei verschiedensten Erkrankungen eingesetzt.

3. Sekundärpräparation

In der Sekundärpräparation werden aus Zwischenprodukten komplexe Blutprodukte hergestellt, aber auch fertige Blutprodukte für bestimmte Anforderungen weiterbearbeitet:

Die Buffy coats aus vier Blutspenden werden mit einem geeigneten Plasma zu einem gepoolten und gefilterten Thrombozytenkonzentrat zusammengeführt. Dieses enthält die Blutplättchen aus vier Spenden mit der entsprechenden therapeutischen Potenz!

Aus Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentraten können "Baby-Konserven" für die Kinderheilkunde gemacht werden. Alle diese Blutzellkonzentrate, auch die mit maschinell unterstützter Blutspende (Apherese) gewonnenen, können bestrahlt werden, um in bestimmten Fällen gravierende Komplikationen zu vermeiden.

Wenn Unverträglichkeit gegen bestimmte Plasma-Eiweiße vorliegt, können Blutprodukte auch mit einer Kochsalzlösung "gewaschen" werden.

4. Etikettierung / Konfektionierung

Schließlich werden die Blutprodukte, die keinerlei Fehler aufweisen und in den Laboruntersuchungen unauffällig waren, noch etikettiert bzw. konfektioniert.

5. Freigabe

Am Ende werden alle Blutprodukte einer Computer-unterstützten Arzneimittelfreigabe im Sinne einer Endkontrolle unterzogen. Erst dann dürfen sie im Freilager der Vertriebsabteilung gelagert und verkauft werden.

6. Leistungsbilanz

So stellen wir derzeit pro Jahr für die Patienten her:

  • etwa 220 000 gefilterte Erytrozytenkonzentrate
  • etwa 2 500 gefilterte und gepoolte Thrombozytenkonzentrate
  • etwa 4 000 Thrombapheresekonzentrate
  • etwa 220 000 Plasmen, davon rund 40 000 therapeutische Plasmen (GFP- gefrorenes Frischplasma)
 
 
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