"Hi Leute,
ich wende mich an Euch, weil ich ziemlich verzweifelt bin. Ich hoffe, Ihr könnt mir und meiner Freundin helfen, und lest diesen Brief! Das Problem ist, dass meine Freundin an Leukämie erkrankt ist. Es hat sich herausgestellt, dass Sie nur noch wenige Wochen zu Leben hat. Aus diesem Grund seit Ihr meine letzte Chance Ihr zu helfen. Wir benötigen dringend eine/n Spender/in mit der Blutgruppe "AB negativ"!!!! der/die bereit wären, ggf. Knochenmark zu Spenden. Dies ist für Euch nur ein kleiner ärztlicher Eingriff, kann aber meiner Freundin zu Leben verhelfen. Wenn jemand diese Blutgruppe hat, möchte er/sie sich doch bitte mit mir in Verbindung setzen. Alles weitere besprechen wir dann. Sendet bitte diesen Brief an alle, die Ihr kennt!!! Fragt in Eurem Bekanntenkreis nach !!!!!
Ich danke Euch für Eure Hilfe!!!"
Es existieren verschiedene Briefe bzw. Mails mit ähnlichem Inhalt aber leichten Textvariationen dieser angeblich schicksalhaften Geschichte. Soweit diese Geschichten nachprüfbar waren, ergab sich in keinem der Fälle ein realer Bezug.
Einige Kettenbriefe kursieren seit Herbst 2000 sowohl als Brief wie auch als Email. Keine der in den Kettenbriefen zum Teil mit vollständiger Adresse und/oder Telefonnummer angegebenen Personen weiß etwas über die angeblich erkrankte Person. Bitte verschonen Sie die in den Briefen bzw. Emails genannten Personen mit Anfragen jedweder Art zu diesem Kettenbrief. Sie werden z. T. seit Jahren mit Anfragen und Zuschriften überhäuft. Weitere Informationen siehe unter:
http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax/knochenmarkspende.shtml
Bei den uns bekannt gewordenen Kettenbriefen wird nach Spendern mit einer bestimmten Blutgruppe für eine an Leukämie erkrankte Person gesucht. Dies ist sachlich völlig falsch! Für an Leukämie erkrankte Personen wird unter Umständen (je nach Behandlungsverlauf) ein Knochenmark- oder Stammzellspender gesucht. Dabei spielt die Blutgruppe des Spenders nur eine untergeordnete Rolle. Sehr viel wichtiger ist die Übereinstimmung von bestimmten Gewebe-Merkmalen (HLA-Muster) zwischen Spender und Empfänger. Wer selbst an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt ist oder Freunde und Verwandte hat, die sich für die betroffene Person engagieren, sucht nach einem passenden Knochenmark- oder Stammzellspender und wird darum bitten, dass sich möglichst viele Menschen zwischen 18 und 60 Jahren (einmalig im Leben) typisieren lassen, d. h. anhand einer kleinen Blutprobe die Merkmale des eigenen Gewebes testen und registrieren lassen. Die Daten der getesteten spendewilligen Personen werden in verschiedenen Registern und zentral in Deutschland bei der ZKRD in Ulm gespeichert. Die behandelnden Ärzte einer erkrankten Person wenden sich bei der Suche nach einem geeigneten Spender an die ZKRD, die u. U. auch eine weltweite Suche einleitet.
Bei etwa 80 % der für eine Knochenmark- oder Stammzelltransplantation in Betracht kommenden Erkrankten findet sich in den bestehenden Dateien ein passender Spender Für etwa 10 % der Erkrankten kommt ein Spender aus der nahen Verwandtschaft in Betracht. Die verbleibenden 10 % der an Blutkrebs Erkrankten weisen derart seltene Gewebemerkmale auf, dass bislang kein passender Spender registriert ist. In diesen Fällen ist u. U. die öffentliche Suche nach bislang nicht typisierten Spendern sinnvoll. Unsere Spenderdatei WSZE und die anderen Dateien für Knochenmark- und Stammzellspender sind erfahren in der Organisation solcher Suchaufrufe. Keinesfalls suchen wir in diesem Zusammenhang aber nach Blutspendern mit einer der angegebenen Blutgruppen.
Der DRK-Blutspendedienst West betreibt gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Essen die Westdeutsche Spenderzentrale, eine Datei für Knochenmark- und Stammzellespender, siehe http://www.wsze.de



