Wie wird ein Patient auf eine Bluttransfusion vorbereitet?
„Nur im Notfall bekommt ein Patient eine Bluttransfusion ohne vorher darüber genau aufgeklärt zu werden. Sonst gilt: Nur wer nach ausführlicher Aufklärung schriftlich seine Einwilligung gegeben hat, bekommt eine Bluttransfusion“, erklärt Dr. Elisabeth Horstmann. Das Einverständnis des Patienten wird entweder direkt vor der Transfusion oder im Ramen der Einwilligung zur Operation abgefragt.
Wenn eine Blutübertragung notwendig werden könnte, muss im Vorfeld sichergestellt werden, dass ein Patient das für ihn passende Blutpräparat bekommt. Deswegen werden vorher - bei Operationen in der Regel am Vortag - eine Blutgruppenbetimmung und eine Verträglichkeitsprobe („Kreuzprobe”) durchgeführt.
Bei der Kreuzprobe wird eine kleine Menge des Patientenplasmas im Krankenhauslabor mit roten Blutkörperchen aus dem vorgesehenen Konzentrat roter Blutkörperchen (der „Blutkonserve“) vermischt. An den Blutbeuteln gibt es eigens dafür vorgesehene Schlauchsegmente, die kleine Mengen des Spenderbluts zur Verträglichkeitsprobe enthalten.
Unmittelbar vor der Blutübertragung wird ein letztes Mal die richtige Zuordnung der Laborergebnisse von Patient und Blutpräparat überprüft. Das geschieht durch den so genannten Bedside-Test, den der Arzt unmittelbar vor der Transfusion durchführt, um Verwechslungen sicher auszuschließen. Bei der Bluttransfusion läuft das Blut über eine Kanüle in die Armvene.

Dr. Elisabeth Horstmann, zuständig für ambulante Transfusionen und Eigenblutentnahmen im Zentrum Münster: „Die Übertragung eines Konzentrates roter Blutkörperchen dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten.”

Dr. Christof Weinstock (re), Leiter des Labors für Untersuchungen des Patientenbluts im Zentrum Bad Kreuznach: „Vor jeder Bluttransfusion wird die Blutgruppe des Patienten überprüft. Die Verträglichkeit von Blutspender- und Patientenblut muss mit allergrößter Sorgfalt untersucht werden. Wenn man Blut mit unverträglichen Eigenschaften übertragen würde, kann ein Patient in Lebensgefahr geraten. Überprüft werden nicht nur die AB0- und Rhesus-Blutgruppeneigenschaften. Weitere individuelle Eigenschaften können dafür entscheidend sein, welches Spenderblut ein Patient verträgt.”



