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Ralf Kubis

Bild: Ralf Kubis

Ralf Kubis: „Als ich von der Diagnose erfuhr, schlug es bei mir ein wie ein Blitz. Leukämie - ich habe Leukämie, eine Krankheit von der man denkt, das sie alle treffen kann, nur einen selber nicht. Zuerst steht man da und denkt, das Leben hört auf. Dann spricht man mit Verwandten, Bekannten und Freunden. Alle sind geschockt und suchen tröstende Worte. „Es wird vielleicht nicht so schlimm”, oder, „Viele überleben die Krankheit heute”, aber im Grunde wissen sie selbstverständlicherweise auch nicht gleich, wie man mit der Situation und mit dem Betroffenen umgehen soll. Trotz großer Niedergeschlagenheit redete ich mir immer ein, dass ich es schaffen würde, gesund zu werden. Schon kurz nach dem Befund war klar, dass ich diese bösartige Krankheit nur mit Hilfe einer Stammzellentransplantation besiegen kann. Bis dahin würde es aber ein langer und schwerer Weg sein, das hatte man mir unmissverständlich gesagt.”

„Meine Eltern, mein Sportverein, die Presse und das Deutsche Rote Kreuz organisierten daraufhin gemeinsam im Januar 2000 in meiner Heimatstadt Castrop-Rauxel eine große und sehr erfolgreiche Typisierungsaktion, in der Hoffnung, dass ein geeigneter Spender, mein „genetischer Zwilling”, gefunden wird.”

„Im März 2000 kam dann die erlösende Nachricht, einen Spender mit gleichen Blutmerkmalen gab es. Einem jungen Arzt, der mit Nachdruck einen Platz zur schnellen Transplantation für mich suchte habe ich es zu verdanken, dass ich ihn bekam. Vor der Übertragung der gesunden Stammzellen bekam ich eine hoch dosierte Chemotherapie, damit alle kranken Zellen in meinem Körper zerstört wurden. Dann im März 2000 die erste Stammzellen-Transplantation. Sie verlief nicht so, wie man gehofft hatte. Mein Körper nahm die übertragenen gesunden Stammzellen nicht an. Eine nochmalige Transplantation im Mai 2000 war aber dann erfolgreich, so dass nach 4 Monaten im Krankenhaus ein positiver Heilungsprozess von den Ärzten signalisiert wurde.”

„Im Zuge meiner Krankheit musste ich meine Essgewohnheiten umstellen. Ich erinnere mich genau daran und freute mich riesig darüber, als eine Schwester im Krankenhaus mich nach Monaten der Isolation fragte, ob ich Appetit auf eine Pizza habe und sie mir eine mitbestellen solle. Kleine unscheinbare, alltägliche Dinge des Lebens gehörten jetzt wieder zu meinem Alltag. Ich war über den Berg. Obwohl ich nie Zweifel daran hatte, gesund zu werden, können sie sich nicht vorstellen, was dies für mich bedeutete.”

„Heute, nach der Krankheit, ist mein Leben fast so wie früher. Vor allem bin ich froh, dass ich wieder meinem Hobby, dem Sport, nachgehen kann. Meinen „Lebensretter” habe ich auch inzwischen kennen gelernt und konnte ihm für seine zweimalige Stammzellen-Spende persönlich danken.”

„Dass ich lebe, habe ich vielen Menschen zu verdanken. Menschen, die mir auf die unterschiedlichste Art und Weise Trost und Zuversicht gegeben haben, aber auch Menschen, die beim Deutschen Roten Kreuz freiwillig und unentgeltlich Blut spenden.”

 
 
 
 
 
 
 
 
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