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Blutgruppen

Das Blut – fast so einmalig wie ein Fingerabdruck

Jeder Mensch besitzt ein ganz bestimmtes und einzigartiges Blutgruppenmuster, das durch die Eigenschaften der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestimmt wird. Gerade für die Übertragung von Blut eines Spenders auf einen Patienten ist die Bestimmung des Blutmusters unerlässlich, denn bei einer Bluttransfusion müssen die wichtigsten Merkmale vom Spender- und Empfängerblut übereinstimmen.

Andernfalls kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen bei der Blutübertragung kommen, zur so genannten Blutverklumpung. Jeder Blutspender erhält nach der Spende einen Blutspenderausweis, auf dem die genauen Merkmale seines Blutes vermerkt sind. So ist nicht nur bei einer Blutspende, sondern auch z.B. nach Unfällen Sicherheit bei Bluttransfusionen gewährleistet.

  • Das ABO-Blutgruppensystem
  • Der Rhesusfaktor
  • Das Kell-System

Das ABO-Blutgruppensystem

Zur Bestimmung der verschiedenen Blutgruppenmuster wird das Blut nach dem AB0-Blutgruppensystem in vier verschiedene Blutgruppen eingeteilt. Dieses von Karl Landsteiner (1868-1943) im Jahr 1901 entdeckte System beruht auf der Erkenntnis, dass das Blut von verschiedenen Spendern bei der Kombination zum Teil verklumpt, das Blut vom Körper also nicht richtig angenommen wird. Bei weiteren Versuchen stellte Landsteiner fest, dass es auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen zwei unterschiedliche Antigene (bestimmte chemische Merkmale) A und B gibt. Je nach Vorhandensein der Antigene auf der Erythrozyten- Oberfläche unterteilte Landsteiner die Blutgruppenmuster der Menschen in die Blutgruppen A, B, AB oder 0 ein. A bedeutet dabei, dass auf der Oberfläche der Blutkörperchen das Antigen A vorhanden ist, das Antikörper gegen die Blutkörperchenoberfläche der Gruppe B produziert. Menschen der Blutgruppe B besitzen das Antigen B, das Antikörper gegen die Blutgruppe A bildet. Bei der Blutgruppe 0 gibt es keine Antigene, trotzdem sind im Blut die Antikörper gegen A und B vorhanden. Da bei der Blutgruppe AB beide Antigene A und B auf der Oberfläche der Blutkörperchen vorhanden sind, befinden sich keine Antikörper im Blut, sie würden sich gegenseitig zerstören.

Verteilung der Blutgruppen in der deutschen Bevölkerung:

Der Rhesusfaktor

Neben dem AB0-Blutgruppensystem ist das so genannte Rhesus-System für eine eindeutige Bestimmung des Blutgruppentyps unerlässlich. Der Arzt Karl Landsteiner, der im Jahre 1901 bereits das AB0-System entdeckte, fand im Jahr 1940 ein weiteres wichtiges Antigen auf den Blutkörperchen des Menschen: das Rhesus-Antigen. 85 % aller Menschen besitzen dieses Rhesus-Antigen. Sie sind somit Rhesus-positiv (Rh+). Die restlichen 15 %, denen das Rhesus-Antigen fehlt, bezeichnet man als Rhesus-negativ (Rh-). Wird einem Rhesus-negativen Menschen Rhesus-positives Blut übertragen, so lösen die als körperfremd empfundenen Antigene des Spenderblutes im Blut des Empfängers die Bildung von Antikörpern aus. Solch eine Abwehrreaktion kann für den Körper lebensgefährlich sein.

Bei vielen Geburten kommt es zu einer Rhesus-Abwehrreaktion: Rhesus-negative Frauen, die ein Rhesus-positives Kind austragen, bilden auf Grund des Kontaktes mit Rhesus-positivem Blut entsprechende Antikörper. Trägt die Mutter ein weiteres Rhesus-positives Kind aus, würden die im Körper der Mutter gebildeten Antikörper die Antigene im Rhesus-positiven Blut des Kindes zerstören, wodurch Zerfallstoffe entstehen, die schwere Blutunverträglichkeitsreaktionen auslösen und zum Tode des Neugeborenen führen können. Die weithin bekannte Neugeborenen-Gelbsucht ist ebenfalls auf eine Blutunverträglichkeit zurückzuführen. Durch eine entsprechende medizinische Behandlung muss in einem solchen Falle die Antigen-Antikörperreaktion verhindert werden.

Verteilung des Rhesus-Merkmals in der deutschen Bevölkerung: 85 % der deutschen Bevölkerung ist Rhesus-positiv, während lediglich 15 % der Rhesus-negativ-Blutgruppe angehören. Der geringen Zahl von Rhesus-negativen Spendern steht eine sehr hohe Quote Rhesus-negativer Empfänger gegenüber. Somit besteht selbst in guten Spendezeiten ein ständiger Mangel an Rhesus-negativen Blutkonserven. Gerade Rhesus-negative Menschen sollten somit regelmäßig Blut spenden.

Das Kell-System

Nach dem AB0-System und dem Rhesus-System ist das Kell-System das dritt wichtigste System bei Bluttransfusionen. Bei Blutspendern wird regelmäßig auf den Kell-Antikörper getestet und das Ergebnis ist auch im Blutspenderausweis eingetragen. Die Kell-Antikörper gehören zum IgG-Typ und sind nach der Patientin Kellacher benannt, bei der dieser Antikörper zuerst entdeckt wurde.

92% der Menschen sind Kell-negativ (kk) und sollten deshalb nur Kell-negatives Blut erhalten. 7,8% sind mischerbig Kell-positiv (Kk) und können Blut mit positivem und negativem Kellfaktor erhalten. Nur 0,2% der Menschen sind reinerbig Kell-positiv (KK) und brauchen Kell-positives Blut.

Beim Menschen gibt es noch weitere unterschiedliche Blutgruppensysteme. Derzeit sind 29 Systeme bei der ISBT (Internationale Gesellschaft für Bluttransfusion) anerkannt und beschrieben.

 
 
 
 
 
 
 
Merkmale der einzelnen Blutgruppen:
 
 
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