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Was ist Blut eigentlich? |
Blut ist eine Körperflüssigkeit, von der ein Mensch etwa 5 bis 6 Liter besitzt. Blut wird auch als "flüssiges Organ" bezeichnet und erfüllt vielfältige Transport- und Versorgungsfunktionen in unserem Organismus. Das Blut wird durch die Pumpleistung des Herzens durch das Kreislaufsystem gepumpt. Dabei bezeichnet man die vom Herzen wegführenden Bahnen als Arterien und die zum Herzen hinführenden Bahnen als Venen. Schon Hippokrates beobachtete im 4.Jh. v. Chr., dass sich Blut, wenn man es im Messkolben stehen lässt, durch Senkung in drei Schichten trennt: Die unterste und schwerste Schicht macht etwa 45 % des Gesamtvolumens aus. Sie enthält die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Darauf folgt eine dünne Mittelschicht, die aus den weißen Blutzellen (Leukozyten) und den Blutplättchen (Thrombozyten) besteht und zu guter Letzt die klare wässrige, blassgelbe Oberschicht, das so genannte Blutplasma.

rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
Die roten Blutkörperchen sind die meisten Zellen im menschlichen Blut. Die kernlosen Zellen enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, mit dessen Hilfe sie Sauerstoff von der Lunge zu allen Körpergeweben (z. B. den Muskeln oder den Organen) transportieren. In den Gewebezellen wird der Sauerstoff zur Energiegewinnung verbraucht. Dabei entsteht Kohlendioxid als Abfallprodukt, welches von den roten Blutkörperchen wieder zurück zur Lunge transportiert und abgeatmet wird. Ein gesunder erwachsener Mensch hat etwa 25 Billionen rote Blutkörperchen. Die Erythrozyten leben im menschlichen Körper durchschnittlich 120 Tage und werden über die Milz und die Leber abgebaut. Gespendete Erythrozyten sind 42 Tage haltbar.

weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
sind in weitaus geringerer Zahl als Erythrozyten enthalten. Eine Faustregel besagt, dass auf etwa 700 Erythrozyten ein Leukozyt entfällt. Aufgabe der weißen Blutkörperchen (Laienhaft auch als Polizei des Blutes bezeichnet) ist die Abwehr von Krankheitserregern und körperfremden Strukturen. Die Leukozyten gehören zum Immunsystem des Menschen. Man unterscheidet die Gruppe der Leukozyten z. B. weiter in Lymphozyten, Granulozyten. Die Leukozyten haben im Kreislaufsystem eine unterschiedliche Lebensdauer, von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten.

Blutplättchen (Thrombozyten)
sind die kleinsten "Zellen" des Blutes. Thrombozyten besitzen, ebenso wie die Erythrozyten, keinen Zellkern und auch keine Erbinformation. Sie können sich daher nicht durch Teilung vermehren. Aufgabe der Thrombozyten ist der Verschluss von Verletzungen von Blutgefäßen. Dies bewältigen sie durch Anhaftung und "Vereinigung mehrer Thrombozyten" sowie durch die Freisetzung und Aktivierung von Gerinnungsfaktoren und Botenstoffen. Bei gesunden Menschen gilt eine Thrombozytenanzahl von 150.000 bis 380.000 pro Mikroliter Blut als Normalwert. Im Kreislaufsystem leben Thrombozyten durchschnittlich acht bis zwölf Tage. Sie werden in der Milz und Lunge abgebaut, geringfügig auch in der Leber. Gespendete Thrombozyten sind maximal 5 Tage haltbar.

Blutflüssigkeit (Blutplasma)
Die Blutflüssigkeit macht mehr als die Hälfte des natürlichen Blutvolumens aus (etwa 55 %). In der Blutflüssigkeit schwimmen die Blutzellen. Das Blutplasma besteht zu über 90 % aus Wasser. Darin gelöst sind eine Vielzahl weiterer Substanzen wie z. B. Salze, Eiweißstoffe, Hormone, Fette, Zucker, Mineralstoffe oder Vitamine, die allesamt lebenswichtige Aufgaben haben. Der Anteil des Blutplasma am Körpergewicht des Menschen liegt bei etwa 5 Prozent. Das entspricht einem Volumen von 3,5 Litern. Gespendetes Blutplasma lässt sich tiefgefroren bis zu zwei Jahre lagern. Es dient als Ausgangsstoff für eine Vielzahl von Eiweißpräparaten, die aus dem Plasma durch Fraktionierung abgetrennt werden können, z. B. Albumin, Immunglobulin und Gerinnungsfaktoren.


